Island im Herbst: Nordlichter, Wasserfälle und mondähnliche Landschaften

Island im Herbst begeistert mit Nordlichtern, Wasserfällen, schwarzen Stränden und starken Kontrasten. Tipps zu Wetter, Oktober und Route.

Camilla von WeRoad by Camilla von WeRoad
Veröffentlicht am: 18 Sep. 2026
7 Lesezeit

Kurz & knapp

  • Der Herbst zählt zu den spannendsten Reisezeiten für Island, weil er weniger Andrang, stimmungsvolle Landschaften und gute Chancen auf Nordlichter kombiniert. Besonders der Oktober verbindet noch gut erreichbare Highlights mit langen, dunklen Abenden.
  • Das Wetter ist wechselhaft und verlangt gute Vorbereitung: Temperaturen liegen meist im kühlen einstelligen Bereich, dazu kommen Regen, Wind und regional möglicher früher Schnee. Funktionale Kleidung im Schichtenprinzip ist deshalb essenziell.
  • Nordlichter sind im Oktober gut möglich, wenn Himmel und Sonnenaktivität mitspielen. Entscheidend sind dunkle Orte außerhalb von Städten, regelmäßige Checks von Wetter- und Aurora-Prognosen sowie genügend Geduld bei der Beobachtung.
  • Zu den schönsten Regionen im Herbst gehören Golden Circle, Südküste und Snæfellsnes. Dort treffen tektonische Landschaften, berühmte Wasserfälle, schwarze Strände, Gletscherlagunen und markante Berge auf besonders dramatisches Herbstlicht.
  • Eine realistische Tagesplanung macht den Unterschied: Wegen der kürzeren Tage und möglicher Wetterumschwünge lohnt es sich, weniger Programmpunkte einzuplanen, flexibel zu bleiben und Alternativen wie Lagunen oder Indoor-Stopps mitzudenken.

Wenn der Sommer langsam abtritt und der Winter schon mit den Hufen scharrt, zeigt sich Island im Herbst von einer besonders spannenden Seite. Die Insel wirkt wilder, stiller und oft sogar intensiver als in den Hochsommermonaten: weniger Menschen, mehr Atmosphäre und dieses Licht, bei dem selbst ein Parkplatz irgendwie episch aussieht.

Zwischen Nordlichtern, donnernden Wasserfällen, schwarzen Stränden und bizarren Lavafeldern entsteht eine Reise, die sich gleichzeitig nach Roadtrip, Naturdoku und kleinem Weltuntergang mit Aussicht anfühlt. Genau das macht den Herbst auf Island so besonders.

Warum sich Island im Herbst besonders lohnt

Der Herbst ist auf Island ideal für alle, die Natur intensiv erleben möchten, ohne mitten in der Hauptsaison unterwegs zu sein. Die Landschaft wechselt ihre Farben, die Nächte werden dunkler und viele klassische Highlights lassen sich entspannter besuchen als im Sommer.

Das Beste an dieser Jahreszeit ist die Mischung: Tagsüber kannst du Wasserfälle, Gletscherzungen, Lavafelder und Nationalparks erkunden, abends steigen die Chancen auf Polarlichter. Dazu kommen oft günstigere Preise als in der Hochsaison und eine angenehm ruhigere Stimmung auf den Straßen.

  • Weniger Andrang an vielen Sehenswürdigkeiten
  • Gute Chancen auf Nordlichter ab September, besonders im Oktober
  • Kräftige Herbstfarben als Kontrast zu Lava, Eis und schwarzem Sand
  • Angenehme Mischung aus Aktivurlaub und Entspannung
  • Spannende Lichtverhältnisse für Fotografie und Roadtrips

Wie ist das Wetter im Herbst auf Island?

Das Herbstwetter auf Island ist wechselhaft, kühl und oft windig. Im September und Oktober liegen die Temperaturen meist zwischen etwa 2 und 10 Grad, im November kann es deutlich winterlicher werden. Regen ist häufig, Schnee ist vor allem in höheren Lagen möglich.

Kurz gesagt: Das Wetter macht, was es will. Und zwar mit bemerkenswerter Hingabe. Sonnenschein, Nieselregen, dramatische Wolken, Windböen und ein Himmel wie aus einem Fantasyfilm können sich locker innerhalb eines halben Tages abwechseln. Genau deshalb ist gute Vorbereitung wichtiger als heroischer Optimismus.

Was du einpacken solltest

Für eine Herbstreise nach Island ist funktionale Kleidung entscheidend. Mehrere Schichten helfen dabei, flexibel auf Temperaturwechsel, Wind und Regen zu reagieren. Besonders wichtig sind wasserdichte und winddichte Teile.

  • Wasserdichte Jacke mit Kapuze
  • Warme Zwischenschichten aus Fleece oder Wolle
  • Funktionsunterwäsche für kältere Tage
  • Wasserdichte Wanderschuhe mit gutem Profil
  • Mütze, Schal und Handschuhe
  • Badekleidung für heiße Quellen und Lagunen

Kann man im Oktober in Island Nordlichter sehen?

Ja, im Oktober sind die Chancen auf Nordlichter in Island gut. Die Nächte sind bereits dunkel genug, gleichzeitig sind viele Straßen und Sehenswürdigkeiten noch gut erreichbar. Entscheidend bleiben ein klarer Himmel, geringe Lichtverschmutzung und etwas Geduld.

Mit anderen Worten: Ja, aber die Aurora hat ihren eigenen Kalender und nimmt leider keine Terminwünsche entgegen. Wer flexibel bleibt und abends auch mal spontan losfährt, erhöht die Chancen deutlich. Am besten suchst du dir dunkle Orte außerhalb von Städten wie Reykjavík.

Tipps für die Nordlichtsuche

Für die Beobachtung der Nordlichter lohnt es sich, Wetter- und Aurora-Prognosen regelmäßig zu prüfen. Besonders gute Bedingungen herrschen an klaren, trockenen und dunklen Abenden fernab künstlicher Beleuchtung.

  1. Prüfe täglich Wetterbericht und Aurora-Vorhersage.
  2. Fahre aus beleuchteten Orten hinaus aufs Land.
  3. Nimm warme Kleidung und am besten ein Stativ mit.
  4. Plane Zeit ein: Manchmal passiert lange nichts, dann explodiert der Himmel plötzlich in Grün.

Wann wird es im Oktober auf Island dunkel?

Im Oktober werden die Tage auf Island schnell kürzer. Anfang des Monats gibt es ungefähr 11 Stunden Tageslicht, gegen Ende eher 8 Stunden. Dunkel wird es meist am frühen Abend, je nach Datum und Region etwas früher oder später.

Das ist ideal für Reisende, die tagsüber viel sehen und abends noch auf Nordlichtjagd gehen wollen. Gleichzeitig bedeutet es: nicht zu ambitioniert planen. Fünf Wasserfälle, zwei Canyons, ein Gletscher und danach noch gemütlich zum Sonnenuntergang irgendwohin? Klingt sportlich. Vielleicht ein bisschen zu sportlich.

Zeitraum im Oktober Ungefähres Tageslicht Reisetipp
Anfang Oktober ca. 10–11 Stunden Längere Tagesausflüge gut möglich
Mitte Oktober ca. 9–10 Stunden Früh starten, Abend für Nordlichter freihalten
Ende Oktober ca. 8 Stunden Kürzere Etappen planen, flexibel bleiben

Die schönsten Orte für eine Herbstreise durch Island

Im Herbst kommen einige Regionen Islands besonders gut zur Geltung. Der Kontrast aus herbstlichen Farben, dunklen Lavafeldern, Gletschern und Sturmlicht macht klassische Routen wie den Golden Circle oder die Südküste besonders eindrucksvoll.

Wenn du zum ersten Mal auf der Insel bist, liegst du mit einer Kombination aus Golden Circle, Südküste und vielleicht Snæfellsnes ziemlich goldrichtig. Das ist so etwas wie Islands Best-of-Album, nur mit mehr Wind und deutlich besseren Wasserfällen.

Golden Circle

Der Golden Circle bietet im Herbst eine kompakte Route mit einigen der bekanntesten Naturwunder Islands. Die Strecke ist gut erreichbar und eignet sich perfekt für einen ersten Eindruck der vulkanischen Landschaften.

Hier erwarten dich der Þingvellir-Nationalpark mit seiner tektonisch geprägten Landschaft, das Geothermalgebiet rund um Geysir und der mächtige Gullfoss. Gerade bei kühlem Herbstlicht wirken diese Orte noch dramatischer als ohnehin schon.

Südküste

Die Südküste gehört zu den eindrucksvollsten Regionen des Landes. Hier reiht sich ein landschaftliches Highlight ans nächste, und viele Orte sind auch im Herbst gut zugänglich. Besonders stark ist die Mischung aus Wasser, Eis, Lava und Atlantik.

Zu den Klassikern zählen Seljalandsfoss und Skógafoss, der schwarze Strand von Reynisfjara, das Dorf Vík und die Gletscherlagune Jökulsárlón. Wer gerne fotografiert, wird hier sehr wahrscheinlich mit vollem Speicher und leerem Akku enden.

Snæfellsnes

Die Halbinsel Snæfellsnes ist eine starke Wahl für alle, die in kurzer Zeit viele unterschiedliche Landschaftsformen erleben möchten. Küsten, Berge, Lavafelder und kleine Orte liegen hier nah beieinander.

Besonders bekannt ist der Berg Kirkjufell, aber auch die Küstenabschnitte und Lavagebiete der Halbinsel lohnen sich. Viele nennen Snæfellsnes „Island im Kleinformat“ — und ehrlich gesagt ist das gar nicht übertrieben.

Lohnt sich Island im Oktober zu besuchen?

Ja, ein Besuch im Oktober lohnt sich sehr, wenn du mit wechselhaftem Wetter umgehen kannst und genau diese Übergangszeit suchst. Der Monat verbindet gute Nordlichtchancen mit noch relativ gut erreichbaren Straßen und vielen Aktivitäten.

Der Oktober ist für viele sogar einer der spannendsten Monate: nicht mehr Sommer, noch nicht ganz Winter. Oder anders gesagt: Island trägt Übergangsjacke, benimmt sich aber manchmal schon wie Januar. Für Reisende ist das oft perfekt, solange die Planung flexibel bleibt.

Vorteile und mögliche Einschränkungen

Wer im Oktober reist, profitiert von Atmosphäre, weniger Trubel und tollen Lichtstimmungen. Gleichzeitig muss man wetterbedingte Änderungen einkalkulieren. Nicht jede Straße und nicht jede Aktivität ist jederzeit garantiert.

Vorteile Mögliche Einschränkungen
Nordlichter sind gut möglich Wetter kann Pläne kurzfristig ändern
Weniger Touristen als im Sommer Kürzere Tage erfordern gute Zeitplanung
Schöne Herbstfarben in vielen Regionen Hochlandstraßen sind oft bereits geschlossen
Oft günstigere Preise als in der Hauptsaison Wind und Regen können anstrengend sein

Praktische Tipps für eine Reise nach Island im Herbst

Eine Herbstreise nach Island gelingt am besten mit realistischer Planung und etwas Flexibilität. Wetter, Licht und Straßenbedingungen können sich schnell ändern. Wer gut vorbereitet ist, reist entspannter und sicherer.

  • Plane weniger Stopps pro Tag und lass Pufferzeit.
  • Checke Straßen- und Wetterlage täglich, besonders bei Roadtrips.
  • Buche Unterkünfte rechtzeitig, vor allem entlang beliebter Routen.
  • Nimm Snacks und Wasser mit, gerade auf längeren Fahrten.
  • Rechne mit Plan B: Museum, Lagune oder Café retten so manchen Regentag.

Der WeRoad-Tipp

Zwischen Nordlicht, Gischt und Lava: So fühlt sich Islands Herbst am intensivsten an

Wenn du den Herbst auf Island nicht nur sehen, sondern richtig spüren willst, plane deine Tage rund um Licht und Stimmung. Ein besonders starker Auftakt ist der Þingvellir-Nationalpark, wo sich die Erdplatten durch eine karge, fast mondartige Landschaft ziehen. Danach wird es an der Südküste dramatisch: Bei Skógafoss und Seljalandsfoss zeichnet das flache Herbstlicht mit etwas Glück feine Regenbögen in die Gischt, während am schwarzen Strand von Reynisfjara die Brandung unter dunklem Himmel ihr ganz eigenes Donnerwetter inszeniert.

Spätestens nach Einbruch der Dunkelheit lohnt sich der Blick nach oben — und manchmal auch nach unten. An der Gletscherlagune Jökulsárlón können sich Polarlichter in den treibenden Eisbergen spiegeln, was ungefähr so unfair schön ist, wie es klingt. Für einen ruhigeren Abend passt eine geothermische Lagune perfekt: im warmen Wasser sitzen, Dampf in der Luft, Himmel im Blick. Und wenn die erste klare Nacht schon in Reykjavík beginnt, fahr kurz hinaus zu einem Leuchtturm außerhalb der Stadt und halte Ausschau nach der Aurora. Island macht im Herbst nämlich selten halbe Sachen.

Zwischen Dampf, Dunkelheit und ganz großem Staunen

Island im Herbst ist eine Reise für alle, die raue Natur, starke Kontraste und besondere Lichtstimmungen lieben. Zwischen klaren Nächten, tosenden Wasserfällen und geothermischem Dampf entsteht ein Erlebnis, das intensiv, ruhig und gleichzeitig spektakulär ist.

Mal fährt man durch moosige Lavafelder, mal steht man vor einem Wasserfall und fragt sich, ob man noch beeindruckt oder schon komplett sprachlos ist. Beides ist möglich. Und genau deshalb bleibt diese Jahreszeit so vielen im Kopf.

Wenn du dieses Abenteuer nicht alleine planen möchtest, entdecke die Gruppenreisen von WeRoad nach Island und erlebe die Insel im Herbst gemeinsam mit anderen, die bei Windstärke irgendwas auch noch gute Laune haben.

FAQ

Wann beginnt der Herbst auf Island?

Der Herbst beginnt auf Island meist ab Anfang bis Mitte September. Besonders deutlich zeigt er sich von Ende September bis Oktober, wenn die Tage kürzer werden und sich die Landschaft farblich verändert.

Ist Island im Herbst für einen Roadtrip geeignet?

Ja, besonders im September und Oktober ist Island gut für Roadtrips geeignet. Wichtig ist, die Wetterlage täglich zu prüfen und keine zu langen Etappen zu planen, da Wind, Regen oder frühe Schneefälle die Bedingungen verändern können.

Welche Kleidung ist für Island im Oktober am besten?

Am besten eignet sich das Zwiebelprinzip mit wasser- und winddichter Außenschicht, warmen Midlayern und wasserdichten Schuhen. Mütze, Handschuhe und Wechselkleidung sind ebenfalls sinnvoll.

Sind heiße Quellen im Herbst auf Island eine gute Idee?

Ja, sogar eine sehr gute. Gerade bei kühler Luft ist ein Bad in einer geothermischen Lagune oder heißen Quelle besonders angenehm und lässt sich oft perfekt mit einem Tagesausflug kombinieren.

Kann man im Herbst alle Regionen Islands besuchen?

Nicht immer. Die Küstenrouten und bekannte Regionen wie Südküste oder Golden Circle sind meist gut erreichbar, während das Hochland im Herbst oft schon gesperrt ist oder wetterbedingt unzugänglich wird.

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